Kurz erklärt
Schneide eine gesunde Triebspitze mit einigen Knoten (den Stellen, an denen Blätter am Stängel sitzen), setze den Schnitt knapp unter einem Knoten und entferne die untersten Blätter. Viele hängende und kletternde Zimmerpflanzen bewurzeln in einem Glas Wasser, andere besser in feuchtem, lockerem Anzuchtsubstrat. Im Wasser kannst du zusehen; Wurzeln aus dem Substrat gewöhnen sich oft leichter an einen Topf. Frühling und Frühsommer, wenn die Pflanzen wachsen, sind die einfachste Zeit. University of Vermont Extension: Zimmerpflanzen vermehren
Was ein Steckling braucht

Ein Steckling ist eine Kopie der Mutterpflanze. Er braucht mindestens einen Knoten, denn dort wachsen meist die neuen Wurzeln, und einige Blätter, um Energie zu bilden. Die University of Vermont beschreibt den Knoten als Verdickung, an der das Blatt auf den Stängel trifft, und empfiehlt einen Kopfsteckling von etwa 8–15 cm mit mehreren Knoten. University of Vermont Extension: Zimmerpflanzen vermehren
Wähle kräftige, gesunde Triebe ohne Schädlinge. Stängelstecklinge bewurzeln am besten aus relativ jungem Holz. Missouri Botanical Garden: Zimmerpflanzen vermehren
Nicht jede Zimmerpflanze wächst aus Stängelstecklingen. Manche werden über Blätter vermehrt, etwa Drehfrucht (Streptocarpus), Bogenhanf (Sansevieria) und einige Peperomien; manche Sukkulenten bewurzeln sogar aus einem einzelnen Blatt. RHS: Blattstecklinge Andere werden geteilt oder über Kindel vermehrt. Prüfe deine Art, bevor du schneidest.
So schneidest du einen Stängelsteckling
- Die Mutterpflanze am Vortag gießen, damit die Triebe nicht schlapp sind.
- Eine Spitze von etwa 8–15 cm knapp unter einem Knoten abschneiden.
- Die Blätter am untersten oder an den beiden untersten Knoten entfernen.
- Wie unten beschrieben in Wasser oder Substrat bewurzeln.
- Mit Pflanzennamen und Datum beschriften.
Die University of Nevada, Reno beschreibt dieselbe Grundmethode für weichtriebige Pflanzen wie Philodendron und Wachsblume (Hoya); Bewurzelungspulver ist dabei optional. University of Nevada, Reno Extension Wenn du ein Bewurzelungsmittel nutzt, halte dich an die Packung.
Bewurzeln im Wasser
Stelle den Steckling in ein sauberes Glas, sodass die blanken Knoten unter Wasser und die Blätter darüber sind. Halte ihn hell, aber ohne pralle Mittagssonne. Wechsle das Wasser regelmäßig und spüle das Glas, wenn es trüb oder schmierig wird.
Wasser eignet sich für viele hängende und kletternde Pflanzen wie Efeutute (Epipremnum), Herzblatt-Philodendron und Dreimasterblume (Tradescantia). Der Vorteil: Du siehst die Wurzeln wachsen. Der Nachteil: Im Wasser gebildete Wurzeln sind an Wasser angepasst und tun sich nach dem Eintopfen manchmal schwer. Missouri Botanical Garden: Zimmerpflanzen vermehren
Topfe den Steckling ein, sobald die Wurzeln ein paar Zentimeter lang sind, statt auf ein großes Knäuel zu warten. Halte die Erde in den ersten Wochen leicht feucht, während sich die Wurzeln umstellen.
Wie es mit einer bewurzelten Efeutute weitergeht, steht in unserem Efeutute-Porträt.
Bewurzeln im Substrat
Nimm ein leichtes, durchlässiges Anzuchtmedium wie Perlite, Vermiculit oder eine Mischung aus Blumenerde und Perlite. Laut Missouri Botanical Garden funktioniert so eine Mischung besser als gewöhnliche Blumenerde. Missouri Botanical Garden: Zimmerpflanzen vermehren
- Das Substrat anfeuchten und einen kleinen Topf mit Abzugsloch füllen.
- Mit einem Bleistift ein Loch stechen und den Steckling so einsetzen, dass die blanken Knoten bedeckt sind.
- Das Substrat rund um den Stängel leicht andrücken.
- Locker mit einer durchsichtigen Tüte oder Haube abdecken, um die Feuchtigkeit zu halten, und ab und zu lüften.
- Spürst du nach einigen Wochen beim leichten Ziehen Widerstand, haben sich Wurzeln gebildet.
Bei Sukkulenten die Schnittstelle einige Tage antrocknen lassen, dann in ein mineralisches Substrat stecken und eher trocken halten.
Die Vermehrungsseiten der RHS beschreiben weitere Techniken, darunter für manche Pflanzen Risslinge mit einem Stück Rinde am Fuß. RHS: Vermehrungstechniken
Pflege danach
Ist der Steckling eingetopft, behandle die junge Pflanze wie jede andere: vor dem Gießen die Erde prüfen, passendes Licht geben und erst düngen, wenn sie wächst. Die Grundlagen stehen in Zu viel oder zu wenig gegossen?, Blumenerde und Drainage und Zimmerpflanzen düngen; den nächsten Schritt erklärt Wann umtopfen?.
Ein Steckling kann auch Teile einer Pflanze retten, deren Wurzeln verfault sind, solange ein Trieb noch gesund ist; siehe Wurzelfäule bei Zimmerpflanzen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Bewurzeln?
Je nach Pflanze, Licht und Wärme von ein paar Wochen bis über einen Monat. Geduld gehört dazu.
Kann ich ein einzelnes Blatt einer Efeutute oder Monstera bewurzeln?
Ein Blatt ohne Knoten bildet in der Regel keine neue Pflanze. Nimm einen Knoten mit.
Warum ist mein Steckling verfault?
Häufige Gründe sind Blätter unter Wasser, abgestandenes Wasser, ein Steckling ohne gesunden Knoten oder zu nasses Substrat.
Darf ich Stecklinge mit Freunden teilen?
Ja, aber prüfe Pflanzen und Stecklinge vorher auf Schädlinge und beachte die Einfuhrregeln, wenn Stecklinge eine Grenze überqueren.
Quellen und weiterführende Informationen
- University of Vermont Extension: propagating houseplants
- Missouri Botanical Garden: propagating indoor plants
- RHS: leaf cuttings
- University of Nevada, Reno Extension
- RHS: propagation techniques
Allgemeine Hinweise, keine Diagnose. Beachte die Pflanzenart und die Bedingungen am Standort.